Stempelpapier- Impost aus dem Großherzogtum Berg,
und es gibt immer noch viel Unbekanntes zu entdecken!


 

Das napoleonische Großherzogtum Kleve und Berg (1806–1813)

Am 15. März 1806 trat Kurfürst Maximilian IV. Joseph das Herzogtum Berg an Napoleon ab. Kurbayern hatte sich 1805 im Vertrag von Schönbrunn im Tausch gegen das Fürstentum Ansbach dazu verpflichtet. 

Napoleon übereignete noch am selben Tag die Herzogtümer Berg und Kleve an seinen Schwager Joachim Murat. 

Das Territorium des Herzogtums Kleve wurde nur in seinen rechtsrheinischen Teilen mit dem Herzogtum Berg verbunden; die linksrheinischen Teile hatte Frankreich bereits annektiert.

Murat nahm sein Land am 19. März 1806 in Köln zunächst als Herzog von Kleve (Cleve) und Berg förmlich in Besitz und ließ sich acht Tage später von den Landständen huldigen.

Im April wurde das Territorium in vier Arrondissements reorganisiert: das Arrondissement Siegburg sowie die Arrondissements Mülheim (am Rhein), Düsseldorf und Elberfeld-Duisburg-Wesel. 

Später kamen im Süden noch das Arrondissement Dillenburg und im Norden das Arrondissement Steinfurt hinzu.

Im Juli 1806 nahm Murat auf der Grundlage der Rheinbundakte und im Zuge der Gründung des Rheinbundes den Titel eines Großherzogs an. 

Gleichzeitig wurde das souveräne klevisch-bergische Großherzogtum erweitert, bis zum Januar 1808 durch folgende Übertragungen: die Abteien Elten, Essen und Werden, die Grafschaft Mark mit Lippstadt, einen Teil des ehemaligen Fürstbistums Münster, die Grafschaft Salm-Horstmar, die Grafschaften Tecklenburg, Rheda, Lingen, Cappenberg und die ehemalige Reichsstadt Dortmund.

 

Im März 1808 ernannte Napoleon Joachim Murat zum König von Neapel und übernahm ab diesem Zeitpunkt selber die Geschicke des Großherzogtums, das Düsseldorf zur Hauptstadt hatte. 

Im April erreichte das Großherzogtum Berg eine Ausdehnung, die es in der Folgezeit nicht mehr übertreffen sollte.

Im November 1808 wurden Kleve und Berg verwaltungstechnisch in vier Départements (etwa: „Länder“ bzw. Landschaften), 12 Arrondissements (Regierungsbezirke) und 78 Cantons (Landkreise) untergliedert. Die kleinste Verwaltungseinheit waren die Mairies (Bürgermeistereien bzw. Verbandsgemeinden). 

Die Départements waren das Département Rhein, das Département Sieg, das Département Ruhr und das 1810 von Frankreich annektierte Département Ems. 

Im Dezember 1808 löste die Municipalverwaltung für die Städte und Gemeinden die früheren Vogteien, Honschaften und Ämter endgültig ab.

1809 nahm, unter kaiserlicher Vormundschaft und Regentschaft, Napoleons vierjähriger Neffe Napoléon Louis Bonaparte den Titel des Großherzogs von Kleve und Berg an. Er war der älteste lebende Sohn des Königs von Holland und Bruder Napoleons III.


Das Großherzogtum löst sich auf (1813–1815)

Bald nach der Völkerschlacht bei Leipzig löste sich das Großherzogtum auf. Die meisten Landesteile fielen zusammen mit dem eigentlichen Herzogtum durch den Wiener Kongress Preußen zu. Es bildete daraus mit den anderen preußischen Besitzungen auf dem linken und rechten Rheinufer die Provinz Jülich-Kleve-Berg mit Verwaltungssitz Köln.

 
Freie Reichsstadt Dortmund 1803 - 1815

Bis 1803 war Dortmund Freie Reichsstadt, dann kam die Stadt als Exklave zum Fürstentum Oranien-Nassau.

1806 wurde Dortmund als Teil des französischen Großherzogtum Berg,  Präfektur des Ruhrdepartements.

Das Ruhr-Département bestand aus den drei Arrondissements Dortmund, Hamm und Hagen. 

An oberster Spitze stand der Präfekt des Ruhrdepartements, Freiherr Gisbert von Romberg zu Brünninghausen. 

Dortmund wurde zur Hauptstadt des Ruhrdepartements bestimmt. Weil es eine günstigere Lage und besser geeignete Verwaltungsgebäude als Hamm besaß, wurde die vormalige Reichsstadt zum Sitz der zahlreichen Verwaltungs- und Gerichtsbehörden.

Nach dem preußischen Sieg über Napoleon wurde Dortmund 1813 Teil des preußischen Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein und fiel schließlich ab 1815 an die preußische Provinz Westfalen. 

Die heute zu Dortmund gehörigen Vororte gehörten bis 1803 zur Grafschaft Dortmund und zum Reichsstift Essen beziehungsweise bis 1806 zur Grafschaft Mark (Ämter Bochum, Castrop, Hörde, Lünen, Schwerte/Westhofen und Unna), bis 1813 - wie Dortmund selbst - zum Ruhrdepartement des Großherzogtums Berg und ab 1815 ebenfalls zur Provinz Westfalen.

 



 

 
direction generale des domaine
Domaines a` Dortmund 1810
Ddorff le 20. Mai 1811

 




 
Gebührenstempel mit bekröntes Wappenschild aus Kleve
über DREY G. für Groschen

 



Quellen:  Wikipedia freie Enzyklopädie

Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig, Papierhistorische Sammlungen I. 377


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