Unbekannte Gebührenstempel vom Stempelpapier-Impost 
aus den Fürstentümern Ansbach-Bayreuth neu aufgefunden -
 
gleichzeitig eine kleine Währungskunde!

 

Das Fürstentum Ansbach wurde zwar mehrfach in Personalunion mit dem Fürstentum Kulmbach (bzw. seit 1604 Bayreuth) regiert (1495-1515, 1557-1603 und 1769-1791), es blieb aber bis zum Ende des alten Reiches ein staatsrechtlich eigenständiges Territorium. 
Mit dem Fürstentum Bayreuth wurde es 1791/1792 an den preußischen Staat angegliedert und mit diesem zusammen als Ansbach-Bayreuth zunächst von Karl August von Hardenberg gemeinsam verwaltet. 
Noch vor der Niederlage Preußens im vierten Koalitionskrieg fiel es 1806 durch einen von Napoleon erzwungenen Gebietstausch an das Königreich Bayern.

 
 



33 x frl
„ x “ für Kreuzer und
„ frl “  für fränk. 

 

 


6 fl. frl
„ fl “ für Florin = Gulden 
„ frl „ für fränk.

Bitte beachten:
die Schleife am Ende nach dem Kürzel „ fr “ stellt einen Punkt dar, 
deshalb ist „ frl “ gleichzusetzen mit  „ fr. “  
Und „ fr. “ ist die Abkürzung für fränkisch = fränkische Währung

Das Kürzel „ frl “ wird in den Verordnungen „ fränkl “ geschrieben!

Aber auch hier wird in der Schreibweise der Punkt in der Abkürzung „ fränkl “ nicht gesetzt,
sondern es wird ein „ L “ am Ende geschrieben, und das hat die gleiche Bedeutung wie ein Punkt!
Demnach ist  „ fränk. “ zu lesen und sagt wiederum nichts anderes aus als die Abkürzung für „ fränkisch “ = gemeint ist die fränkische Währung !






 

NEUN
KREUZER RHL: 

Auf Gebührenstempeln aus Brandenburg Ansbach 
kommen als Wertbezeichnung auch das Kürzel „ RHL: “ vor 
und das heißt nichts anderes als „Rheinisch“  = und gemeint ist die  rheinische Währung

Ob das "L" wiederum den Punkt nach RH darstellt, ist mir nicht bekannt, 
es soll aber definitiv nicht "Rheinländische" Währung heißen, sondern Rheinische Währung!



Zu der ganzen Problematik die Kürzel richtig zu deuten, teilte mir ein Numismatiker von Weltrang mit:

Die Fränkische Währung war ursprünglich im gesamten Fürstentum Bayreuth (Oberland und Unterland)
in Gebrauch und wurde dann nach und nach durch die Rheinische Währung ersetzt. 
Ab 1763 gab es im täglichen Verkehr nur noch die Rheinische Währung, von einzelnen Guten Pfennigen für den Export nach Sachsen abgesehen. 
Die Umstellung von 1802 betraf nur die Rechnungsweise in den Büchern. 

 
Anmerkung:  Man kanns kaum glauben, aber unsere aufgefundenen Stempelpapiere sagen etwas ganz anderes aus. Und der Numismatikfachmann  meinte sicherlich, die Rechnungsweise in den Büchern war so wie wir unsere Gebührenstempel vorfinden, und im täglichen Verkehr galten andere Währungseinheiten. 
Aber das führt doch für uns bei den Gebührenstempel alles absurdum und dann auch noch zu einer ganz anderen Betrachtungsweise, z.B. müsste in einem Exponat dieser Umstand extra erwähnt werden, sonst droht Punktabzug!

Da wäre die tägliche Währung im Portemonaie Rheinisch 
und die Steuerbuch- oder Eintragungswährung beim Amtsgericht oder beim Notar fränkisch? 


Da soll noch ein Nichtnumismatiker durchblicken!
Wir können nur hoffen, dass dieses ein einmaliger Fall ist in der Fiskalphilatelie für die Altdeutschen Staaten!

www.stempelpapier.de