Das Fürstentum Erfurt, eine kaiserliche Domäne

- Napoleons bis dato unbekannter Stempelpapier- Impost aus Erfurt!


 

Geschichte Erfurts und die seiner Statthalterei 

Erfurt wurde 742 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich bereits kurz nach seiner Gründung zum Zentrum des Thüringer Raumes, wenngleich es bis 1944 politisch nicht Teil des Landes war. 

Von 1664 bis 1802 gehörte es nach gewaltsamer Unterwerfung zu Kurmainz, danach zu Preußen 
(mit Ausnahme der Zeit von 1806 bis 1814, als es als Fürstentum Erfurt direkt unter französischer Herrschaft stand). 

 

1772 - 1802 Unter der Statthalterschaft v. Dalbergs (Dalberg war der letzte Mainzer Erzbischof und Kurfürst) wird die Statthalterei ein geistig-kultureller Mittelpunkt in Thüringen: Treffen mit Schiller, Goethe, Wieland, Herder, W v. Humboldt u.a. finden statt - die durch Dalberg veranstalteten Assembleen geben den Erfurter Bürgern und ihren Gästen in den Räumen der Statthalterei die Möglichkeit zum geistigen und kulturellen Austausch, zum Dialog und zur Unterhaltung.

1802 Reichsdeputationshauptschluß: Erfurt wird Preußen zugeordnet, die Statthalterei wird preußisches Gouvernementsgebäude.

1806 In der ehemaligen Statthalterei befindet sich im Herbst 1806, vor Beginn der Schlacht bei Jena und Auerstedt, das preußische Hauptquartier.

Nach der verlorenen Schlacht ziehen die Franzosen in Erfurt ein, 
das als "Fürstentum Erfurt" mit seinem Gebiet als "kaiserliche Domäne" Napoleon direkt unterstellt wird.

1806 –1813 Die Statthalterei ist französisches Gouvernementsgebäude.

1808 27. September bis 14. Oktober Fürstenkongreß in Erfurt mit dem Ziel einer Neuordnung Europas durch Napoleon, hierbei ein Zusammentreffen von Napoleon mit Zar Alexander von Rußland. Napoleon wohnt und regiert während dieser Zeit im Gouvernementsgebäude (der ehemaligen Statthalterei), das für diese Zeit "Kaiserlicher Palast" genannt wird. 
Er empfängt hier u.a. Goethe. 
Die großen Festlichkeiten des Fürstenkongresses finden jedoch im ehemaligen Universitäts-Ballhaus, dem ab 1871 hiernach genannten "Kaisersaal" in der Futterstraße, statt.



 


Actum aus Groß- Vargula 1810

 




Kaiseradler Napoleons mit Schriftzug? 

Es sieht so aus, als wenn man nachträglich, sozusagen aus stillem Protest gegen die horrenden Steuern, dem Kaiseradler mit einem schwarzen Strich den Kopf abgeschnitten hätte!

 



 
Gebührenstempel 6 ??

  

Die Auflösung der Fragezeichen und das mit Stempelabschlägen, 
die bis dato in dieser Qualität noch nie aufgefunden worden sind!

 



Der Kaiseradler hält das Zepter in seinen Krallen 
und thront damit auf der Stadt  ERFURT  

Der Gebührenstempel ist klar und deutlich abgeschlagen = 6 Groschen

  

Wieder einmal mehr ein einmaliges Stück der Fiskalphilatelie, dazu noch in dieser Ausführung !

 

Quelle:
- Wikipedia freie Enzyklopädie
- Der Stempelpapier-Impost aus der Kaiserlichen Domäne Erfurt, auch Fürstentum Erfurt genannt, 
  von Wolfgang Morscheck Bad Säckingen

www.stempelpapier.de