Die Hafenabgaben waren und sind bis heute indirekte Steuereinnahmen eines Staates, eines Landes, einer Stadt oder einer Kommune 
und unterliegen somit auch jeweils einer Stempelpapier- Steuer, 
der sog. Stempelabgabe!

 

In den Häfen und an den Anlegestellen gab es div. Abgabenformen, so kamen vor das Dockgeld, Tonnengeld, Brakengeld, Lotsengeld, Zollgeld, Liegegeld, Passagegeld, Kaigeld, Quaigeld, Reedegeld, Lastgeld, Löschgeld, Frachtgeld, Einclarirungsgeld, Ankergeld, Hafengeld, Furtgeld, Krangeld, Wägegeld, Passagegeld, Reedergeld usw. 
   
  
Auszüge aus der allgemeinen Enzyklopädie für Kaufleute, Fabrikanten und Gewerbetreibende aus dem Verlag von Otto Wigand, 1864
    
   
Z. B. Kaigeld/Quaigeld eine indirekte Steuer und auch eine Stempelgebühr
Vom Verfrachter an den Terminal für die Benutzung eines Kaiplatzes durch ein Seeschiff zu zahlen. 
Die Höhe des K. richtet sich zum einen nach dem Gewicht der über den Kai umgeschlagenen Waren (Gewichtsentgelt) und zum anderen nach dem Raumgehalt (BRT/NRT) des Schiffes (Raumentgelt). 
Syn.: Schiffsentgelt
   
Kaiumschlagsgebühr
Allgemeine Bezeichnung für die Gebühr, die beim Umschlag von Waren über den Kai zu entrichten ist. 
Im ausgehenden Verkehr sind die Gebühren vom Aussteller des Schiffszettels zu zahlen, im einkommenden Verkehr vom Ladungsempfänger. Zusammen mit einer evtl. anfallenden Lagergebühr wird die K. auch als das Warenentgelt bezeichnet. Im Containerverkehr gibt es spezielle Ausdrücke für die K., wie z.B. Terminal Handling Charge (siehe THC). 
Syn.: Kaiumschlagsentgelt
   
Kaigeld/ Kaiengeld
ist vom Schiffsvertreter für die Benutzung eines Kaiplatzes durch ein Seeschiff zu zahlen. 
Das Kaigeld darf weder ganz noch teilweise auf die Ladung abgewälzt werden, also eine Gebühr, welche für die Benutzung des Kais als Ein- und Ausladeplatz an den Besitzer des Kais, sei er der Fiscus oder die Gemeinde, zu entrichten ist.
    
Kaigeld auch Quaigeld (wharfage)
Unterschiedlich ausgestatte Abgabe in Bargeld, die Schiffe zu entrichten haben, die am Kai (Quai: Hafendamm [Mole] bzw. Uferdamm [Pier]) anlegen, dort löschen (= Güter ausladen; discharge) 
oder Güter laden bzw. (heute vor allem bei Kreuzfahrtschiffen) 
auch Fahrgäste an Land lassen oder vom Festland an Bord aufnehmen. 
Siehe auch Ankergeld, Hafengeld, Furtgeld, Krangeld, Lastgeld, Liegegeld, Lotsengeld, Wägegeld, Reedergeld.
   
   
So gab es auch Stempelabgaben bei Kaufverträgen über Mobilien und Rechte 
(unter anderem C. Woermann, Dynamit-AG A. Nobel) in den Jahren 1888-1904
   
Stempelabgaben von Verträgen 
(unter anderem Sloman, HAPAG, Godeffroy) in den Jahren 1889-1903
    
Stempelabgaben von Gesellschaftsverträgen nach Ziffer 7 I a des Tarifs von 1903 
(unter anderem über Gründungsvertrag der Woermann-Linie) in den Jahren 1905-1913 
    
     
Kaigeld- Gebührenmarken aus Hamburg 
(Hafenverwaltungsgebührenmarken)
   
Kaigeld und Lagergeld Hamburg von 1918 und 1905/1916
   
Kaigeld Hamburg von 1905
   
Quaigeld von 1900 und Kaigeld Hamburgs 1905/1907
  
Kaigeld mit Überdruck des neuen Wertes in rot,
von 1916/1920
    
Kaiverwaltung Hamburg über 1000 Mark Kaigeld von 1922/1923
         
Kaiverwaltung Hamburg über 3000 entwertet, 30 000 Mark und
über Eine und Fünf Millionen Mark Kaigeld von 1923
    
Kaiverwaltung Hamburg über 50 und 100 Millionen Mark Kaigeld von 1923.
Gebrauchte Marken sind bis dato noch nicht aufgefunden worden!
   
Kaiverwaltung Hamburg über 500 Millionen Mark Kaigeld von 1923
Gebrauchte Marken sind bis dato noch nicht aufgefunden worden!
    
   
Hafengebühren der Übersee Schiffahrtslinien, Afrika Linien GMBH
    
1910/1921, Hafenbetrieb der Afrika Linien, Kaigebühr
  
1910/1921, Hafenbetrieb der Afrika Linien, Kaigebühr
    
1910/1921, Hafenbetrieb der Afrika Linien, Kaigebühr
    
1919/1920, Überdruck des neuen Wertes auf vorangehende Ausgaben
   
1919/1920, Überdruck des neuen Wertes auf vorangehende Ausgaben
   
1923, Ergänzungswerte
   
1923, Ergänzungswerte
   
         
Kaibetriebs- Stempelmarken Deutsche Ost- Afrika- Linie der Woermann- Linie 
   
1908 Kaibetrieb, Woermann-Linie ohne AG., über jeweils 10 Pfennig und 1 Mark
   
1908 Kaibetrieb, Woermann-Linie ohne AG., über 30 + 50 Pfennig
    
1908, Kaibetrieb Theilschein- Stempelmarke
    
     
Kaigeld- Stempelmarken der H.amburg A.merikanischen P.aketfahrt AG.
    
   1908, Kaigebühren der H.A.P.AG.
    
      
Quaigeld- Stempelmarken der H.amburg A.merikanischen P.aketfahrt AG
   
1925, Quaigebühren der H.A.P.AG.
   
    
Kaibetriebs- Stempelmarken der H.amburg- S.üdamerikanische D.ampfschiffahrts-G.esellschaft
   
Alle Marken dieser Gesellschaft wurden vor Ingebrauchnahme mit den Initialien H.S. aus Sicherheitsgründen durchlocht. 
Marken ohne Lochung kommen von Vorlagebogen!
    
1913/1918, Kaibetrieb/H.amburg S.üdamerikanische D.ampfschiffahrts G.esellschaft = H.S.D.G.
  

1920, Ergänzungswerte
   
1921/1922, Ergänzungswerte
   
1922/1923, Hafenansichten und Schiffe
   
Ausgabe von 1923 mit Zeichnung von 1913
   
    
Amerikanische Verkehrsgesellschaft/ Handel für folgende Linien:
American Line, American Transport Line, Leyland Line, Red Star Line, Shaw, Saril & Albion Line, Thompson Line, White Star Line, Dominion Line 
   
1920/1922, Kaibetrieb, Amerikanische Verkehrs Gesellschaft mbH
   
1922, Inflationsprovisorien, Handstempel mit neuem Wert auf vorhergehende Ausgaben 300 Mark auf 3 Mark, 1000 Mark auf 1 Mark sowie ...
 3 Millionen Mark auf 3 Mark, wobei letzterer Wert ein Neufund ist und im Erler nicht gelistet wurde!
       
1923, Inflationsprovisorien, 
Handstempel mit neuem Wert auf vorhergehende Ausgaben 
100 000 Mark auf 1000 Mark in rot
     
      
Und zu guterletzt noch die …..
Royal Mail Steam Packet CO.
   
1920/1923, Royal Mail Line, Kaibetrieb Hamburg
   
   
   
Das ist wieder einmal mehr Fiskal- Philatelie vom Feinsten 
und alle diese Marken sind so selten aufzufinden wie sonst nur teuerste Briefmarken-Raritäten!
So ist auch diese Datei hier über die Fiskalphilatelie Deutschlands wieder einmal mehr Geschichte pur!
Wo bekommt man als Philatelist so etwas Unberührtes noch in der Briefmarken- Philatelie geboten? 
Dort ganz sicher nicht, da ist ja längst alles abgegrast und ausgelutscht, dort muß man sich mit dem hundersten, wenn nicht sogar tausensten Duplikat begnügen (von Millionenauflagen ganz zu schweigen!).



  

Quellen: 
-  der unendliche Stempelmarken Fundus von Gunter Wagner Filderstadt, vielen Dank fürs Aufzeigen

und  - noch immer das Maß aller Dinge in Sachen Fiskal- Philatelie Deutschlands -
   die Kataloge  von Erler/Norton über die Stempelmarken von Deutschland, Band II. 
   Deutsche Schutzgebiete und Übersee Dampfschiffahrtslinien und 
   Band III. Altdeutsche Staaten bis 1945, Anhalt bis Kurhessen.


www.stempelpapier.de