Wertbriefe sind in der Fiskalphilatelie ansich nichts Ungewöhnliches, 
obgleich sie nur sehr selten aufzufinden sind, 
da sie üblicherweise geschreddert werden! 


 

Hier zwei Wertbriefe mit Stempelmarken aus dem Freistaat Anhalt
  
  
Sicherung des Testamentes
  
Historische Eisentruhe zur Aufbewahrung von Testamenten
   
Ein Problem stellt das Verlorengehen oder die Nichtauffindbarkeit eines Testamentes dar. 
Öffentliche Testamente werden vom Notar stets in die amtliche Verwahrung des Nachlassgerichtes gegeben. 
Auch privatschriftliche Testamente können von den Testierenden beim Nachlassgericht in amtliche Verwahrung gegeben werden. 
In allen Fällen lässt das Nachlassgericht beim Geburtsstandesamt des Testators einen Hinweis auf das verwahrte Testament anbringen. 
Bei der Sterbefallbeurkundung erhält das Geburtsstandesamt eine Kontrollmitteilung und überprüft, ob sich ein Eintrag über eine Testamentsverwahrung am Geburtseintrag befindet. Dann wiederum verständigt das Standesamt das Nachlassgericht. 
Bei nicht amtlich verwahrten Testamenten hat jeder, der ein solches nach dem Tod des Testators auffindet oder für diesen verwahrt, dieses beim Nachlassgericht abzuliefern (§ 2259 BGB).
   
   
Anmerkung:
Diese Umschläge tragen die Aufschrift "Verwahrungsbuch - Nummer bzw. Nr." und enthielten  vom Notariat in Bernburg im Jahre 1930 bzw. 1936 verwahrte Testamente von  Ehepaaren. 
Die Gebührenmarken waren die Kosten für die Verwahrung der Testamente. 
  
Letztwillige Verfügung….. Bernburg 27. Mai 1930, Wert 5000 Reichsmark, Verwahrungsbuch Nr. 3111
  
Vermerk: Eheleute ... wohnen noch in Bernburg, ..., Bbg, den 12.12.72.  Kli 
(Anm. mit Bleistift = 1972 noch am Leben)
  
Kosten und Stempelmarken über 5 Reichsmark aus dem Freistaat Anhalt,
gestempelt und handschriftlich entwertet im Notariat 
von DR. Friedrich Hämpel Anhaltinischer Notar Bernburg
   
2 x Erler # 32 über 1 Reichs- Mark, WZ: Kreuze und Ringe
1 x Erler # 33 über 3 Reichs- Mark, WZ: Kreuze und Ringe
    
   
Rückseitig drei Petschaftssiegel vom Notariat DR. Friedrich Hämpel Anhaltinischer Notar Bernburg
  
Auch die vorgeschriebene Versiegelung solcher Briefe war in der Fiskalphilatelie nichts Ungewöhnliches, war die ja in den Gesetzen längst schon festgeschrieben!
     
   
Bernburg 13. Januar 1936, letztwillige Verfügung, Wert 5000 RM. (Reichsmark), 
Verwahrungsbuch = Nummer 3589
Stempelmarke über 5 Reichs- Mark aus dem Freistaat Anhalt, gestempelt und handschriftlich entwertet von Wilhelm Schüssler, Anhaltischer Notar Bernburg
    
1 x Erler # 45 über 5 Reichs- Mark, WZ: Kreuze und Ringe
  
   
Rückseitig auch drei Petschaftssiegel von Wilhelm Schüssler, Anhaltischer Notar Bernburg



 

Quellen: 
- Wikipedia, 
- Markenfundus Gunter Wagner Filderstadt 
- und  Martin Erlers Katalog der Stempelmarken von Deutschland Band III, Altdeutsche Staaten bis 1945, hier Anhalt – Kurhessen. 


        

www.stempelpapier.de