Deutsche Herkunftszeugnis- und Handelsdokumente 
mit Fiskalmarken der Industrie und Handelskammern 
- ein eigenes fiskalphilatelistisches Sammelgebiet
 
 
Die Industrie- und Handelskammern (IHK) sind berufsständische Körperschaften des öffentlichen Rechts und bestehen aus Unternehmen einer Region. Alle Gewerbetreibenden und Unternehmen mit Ausnahme reiner Handwerksunternehmen, Landwirtschaften und Freiberufler (welche nicht ins Handelsregister eingetragen sind) gehören ihnen per Gesetz an.
In Deutschland gibt es 80 Industrie- und Handelskammern, die für unterschiedlich große Regionen zuständig sind. Sie übernehmen Aufgaben der Selbstverwaltung der regionalen Wirtschaft. Die Grundlagen regelt das Bundesgesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammer.
    
Geschichte
Die Geschichte der Industrie- und Handelskammern, denen die Idee der Selbsthilfe durch Zusammenschluss zugrunde lag, geht bis ins Mittelalter zurück. Ab dem 19. Jahrhundert dienten die Einrichtungen erstmals auch der Erfüllung öffentlicher Aufgaben.
*Erste Interessenvertretungen von Kaufleuten im 17. Jahrhundert (1665 Gründung der Commerzdeputation in Hamburg durch die seit 1517 bestehende Versammlung *Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg, 1675 Gründung Lübecker Kommerzkollegium).
*Um 1710 wurde in Kassel nach dem Vorbild der spanischen consulados (erstmals 1283 in Valencia) und der französischen Conseil de Commerce (seit 1664) die fürstliche Commercien-Cammer eingerichtet.
*Gründung des Handelsvorstandes, der Vorgängerinstitution der Industrie- und Handelskammer zu Köln im Jahre 1797, die ab 1801 Handelskammer genannt wurde.
*1830 de facto die Gründung der ersten "deutschen Handelskammer" moderner Prägung mit der Genehmigung des neuartigen Status der Handelskammer von Elberfeld und Barmen (Wuppertal) (das erste große Industriezentrum Deutschlands), das nicht nach dem unter französischer Besatzung erzwungenen Zwangssystem Handelskammer (wie z.B. linksrheinisch in Köln) organisiert war und so erstmals den Unternehmern das Recht einräumte, ihre Angelegenheiten eigenverantwortlich zu regeln und ihre Vertreter selbst zu wählen. Die Kammer soll die Interessen der Gesamtwirtschaft des Bezirks vertreten sowie Verwaltung und Politik in allen die Wirtschaft betreffenden Fragen beraten. Das Statut wird zum Modell für die preußische und später die gesamtdeutsche Kammergesetzgebung.
*Erlass einer preußischen Verordnung über die Einrichtung von Handelskammern (pr. HKVO vom 11. Februar 1848).
*Vereinheitlichung des preußischen Handelskammerrechts durch das preußische Gesetz über die Handelskammern (pr. HKG vom 24. Februar 1870).
*Seit 1924 Bezeichnung der Handelskammern als Industrie- und Handelskammern.
*Zwischen 1933 und 1945 wurden die Industrie- und Handelskammern nach dem Führerprinzip umstrukturiert, Stück für Stück ihrer Selbstverwaltungsfunktion beraubt und wie die Handwerkskammern in Gauwirtschaftskammern umbenannt und in die staatliche Wirtschaftslenkung integriert.
*Erlass des Gesetzes zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern als Bundesgesetz (IHKG vom 18. Dezember 1956), um die Rechtszersplitterung aufzuheben.
   
Verwaltung und Aufbau
Die Verwaltungsaufgaben verantwortet der Hauptgeschäftsführer, welcher von der Vollversammlung bestellt wird. Die Wahlen zur Vollversammlung finden alle drei bis sechs Jahre statt. Jedes Mitgliedsunternehmen erhält dabei eine Stimme und jedes Unternehmen kann einen Kandidaten zur Wahl stellen. Dann werden die Unternehmen ihren Branchen entsprechend, je nach Größe der IHK auch der Region gemäß, in Wahlgruppen eingeteilt. Die Anzahl der Sitze einer Wahlgruppe ist nicht proportional zur Anzahl ihrer Mitgliedsunternehmen.
Vor jeder Wahl bestimmt ein Ausschuss die künftige Sitzverteilung und legt sie der scheidenden Vollversammlung zur Beschlussfassung vor[2]. Die Vollversammlung kann durch Kooptation oder "mittelbare Wahl" weitere (nicht gewählte) Mitglieder in die Vollversammlung wählen.
Die Vollversammlung tritt mehrmals im Jahr zusammen und entscheidet über die Arbeitsschwerpunkte der IHK, die Finanzen und grundsätzliche Angelegenheiten. Insgesamt gibt es bei den 80 IHKs in Deutschland rund 5000 Vollversammlungsmitglieder. An der Vollversammlung können auch nicht gewählte und stimmrechtslose Ehrenmitglieder sowie der Hauptgeschäftsführer und seine Stellvertreter teilnehmen.
    
Geschäftsbereiche
Die Industrie- und Handelskammern gliedern sich in folgende Geschäftsbereiche:
Standortpolitik: Einflussnahme auf Planungsprozesse wie etwa Bebauungs- und Flächennutzungspläne, Stellungnahmen zu großflächigen Einzelhandelsansiedlungen, Konjunkturberichterstattung, Stadtmarketing
Starthilfe und Unternehmensförderung: Existenzgründungsberatung, Nachfolgeberatung, Durchführung von Gründertagen, Pflege von Existenzgründer- und Firmendatenbanken Aus- und Weiterbildung
Aus- und Weiterbildungsberatung: Durchführung von Weiterbildungen und Prüfungen, Entwicklung von Aus- und Weiterbildungskonzepten
Innovation und Umwelt: Innovations- und Fördermittelberatung, Pflege von Technologie- und Recycling-Börsen und Datenbanken
International: Ausstellung von Ursprungszeugnissen und Carnets, Durchführung von Ländertagen, Außenwirtschaftstrainings, Delegationsreisen sowie Messebeteiligungen im Ausland, Geschäftspartnervermittlung
Recht und Fair Play: Rechtsauskünfte, Verfolgung von Wettbewerbsverstößen, Bestellung von Sachverständigen, Führen einer Schuldnerliste
Stabsbereich: Selbstverwaltung, Personalabteilung, Beitreibung der Mitgliedsbeiträge
  
Zum Teil führen die Kammern die Aufgaben in eigenem Namen und anderenteils in eigens gegründeten Unternehmen und Vereinen aus.
   
Interessen und Themen
Die Industrie- und Handelskammern vertreten als eigenverantwortliche öffentlich-rechtliche Selbstverwaltungskörperschaften das Interesse ihrer zugehörigen Unternehmen gegenüber Kommunen, Landesregierungen und regionalen staatlichen Stellen. Sie unterliegen nur der Rechtsaufsicht des Landes. Dabei erfüllen sie folgende Aufgaben für ihre jeweilige Region:
Wahrnehmung des Gesamtinteresses der ihnen zugehörigen Gewerbetreibenden ihres Bezirkes
Förderung der gewerblichen Wirtschaft, wobei die wirtschaftlichen Interessen einzelner Gewerbezweige oder Betriebe abwägend und ausgleichend zu berücksichtigen sind (Lobby der regionalen Wirtschaft)
Sicherung des fairen Wettbewerbs
Hinwirken auf die Wahrung von Anstand und Sitte des ehrbaren Kaufmanns
Umfassender Service und Unterstützung/Beratung für die Mitgliedsunternehmen
Öffentliche Bestellung und Vereidigung von Sachverständigen
Erstellung von gutachterlichen Stellungnahmen für Gerichte und Behörden (z. B. in Bezug auf Firmenbezeichnungen)
Ausstellung von Ursprungszeugnissen und anderen dem Wirtschaftsverkehr dienenden Bescheinigungen (z. B. Carnets im Außenwirtschaftsverkehr)
Beglaubigung von Handelsrechnungen
Stellungnahme zu UK-Anträgen (Unabkömmlichkeitsanträgen)
Erteilung der Erlaubnis zum Vermitteln von Versicherungen
Überwachung und Förderung der kaufmännischen und gewerblichen Berufsbildung, insbesondere unter Beachtung des Berufsbildungsgesetzes
Durchführung von Fort- und Weiterbildungen mit anerkannten IHK-Abschlüssen, z. B. Fortbildung zum Handelsfachwirt
Im Unterschied zu anderen Organisationen der Wirtschaft repräsentiert die IHK-Organisation das wirtschaftliche Gesamtinteresse aller der von ihr vertretenden Wirtschaftsunternehmen. Die Industrie- und Handelskammern haben eine demokratische Struktur und werden von der Wirtschaft betrieben, wobei die Unternehmen einer gesetzlichen Pflichtmitgliedschaft unterliegen. 3,6 Millionen gewerbliche Unternehmen sind Mitglieder der IHKs. Das macht die IHK-Organisation unabhängig von Einzelinteressen und schafft ein besonderes Gewicht gegenüber politischen Instanzen.
   
Beiträge
Die IHK-Beiträge setzen sich aus Grundbeitrag und Umlage zusammen. Der Grundbeitrag ist dabei nach Erträgen gestaffelt. Höhere Erträge führen absolut zu höherer, aber prozentual zu geringerer Belastung. Keinen Beitrag zahlen natürliche Personen und nicht im Handelsregister eingetragene Personengesellschaften, sofern der Ertrag kleiner als 5.200 Euro ist. Auch Existenzgründer bleiben für zwei Jahre beitragsfrei, wenn sie erstmals selbständig tätig werden. Im dritten und vierten Jahr wird nur der Grundbeitrag erhoben, wenn der Ertrag unter 25.000 Euro liegt.
Die IHK-Vollversammlungen legen die Beiträge ihrer Region in der Haushalts- bzw. Wirtschaftssatzung fest. Ausschlaggebend ist die Summe aus Grundbeitrag und Hebesatz, die sich je nach IHK unterscheidet. Unternehmen mit einem Gewinn von 10.000 € zahlen zwischen 1,0% (IHK Frankfurt/Main) und 2,3% (IHK Köln und IHK Schwerin) Beitrag. Unternehmen mit einem Gewinn von 2,8 Mio. Euro zahlen zwischen 0,114% (IHK Düsseldorf) und 0,646% (IHK Potsdam).
   
Doppelmitgliedschaft
Einige Betriebe sind sowohl Mitglied der IHK als auch der Handwerkskammer, sogenannte Mischbetriebe. Dies ist meist dadurch verursacht, dass die Handwerksbetriebe (Teil A und teilweise B des Anhangs zur HwO) ein Handelsgeschäft haben, beispielsweise ein Autohaus: Dieses Unternehmen ist mit dem Geschäftsanteil, welcher Neu- und Gebrauchtwagen verkauft, also handelt, ein IHK-Mitglied. Durch seine Tätigkeit als handwerklicher Kfz-Wartungs- und Reparaturbetrieb aber - mit seiner Werkstatt - auch ein HWK-Mitglied. Die Beitragspflicht zur IHK ist bei Mischbetrieben an eine Umsatzuntergrenze gebunden. Handwerksähnliche Mischbetriebe (in Teil B2 des Anhangs zur HwO) gehören prinzipiell nur der IHK an, überwiegt der handwerksähnliche Betriebsteil, liegt eine Doppelmitgliedschaft vor. Seltener findet man auch Doppelmitgliedschaften bei Landwirten oder anderen Kammerberufen, die Handelsgeschäfte betreiben.
    
   
DM 2,- Wertmarke der Handelskammer Hamburg
Im Erler unbekannt
    
    
   
DM 0,50 Gebührenmarke der Handelskammer Ulm
Im Erler unbekannt
    
    
   
    
1 DM Gebühren Marke der Industrie- und Handelskammer für Augsburg und Schwaben
Im Erler unbekannt
   
    
   
   
   
Industrie und Handelskammer Nürnberg über 4 DM von 1990
Im Erler unbekannt
  
   
INDUSTRIE UND HANDESLKAMMER NÜRNBERG
Über 20 Pfennig
    
    
   
Industrie- u- Handelskammer zu Nürnberg von 1939 über 20 Pfennig
    
   
Wertmarke der Industrie- und Handelskammer Hamburg über RM. 0.20
    
   
HANDELSKAMMER HAMBURG WERTMARKEN 
über 0.50 RM. 1.- RM und 5.- RM, eine 5.- RM in braun mit Überdruck DM
   
   
Handelskammer Hamburg
Wertmarken über 1.- + 5.- RM
Nach der Währungsreform 1948 mit dem Überdruck „DM“
Entwertet 7. August 1948
Im Erler unbekannt
   
  
Wirtschaftskammer Thüringen, Gebührenmarke 1 RM
Wohl nach 1945 in Gebrauch, 
denn das Wort „GAU“ wurde mit grüner Tusche unkenntlich zu machen versucht
Im Erler unbekannt
    
   
BADISCHE INDUSTRIE- U. HANDELSKAMMER über 50 R.- Pfennig
Im Erler unbekannt
   
   
INDUSTRIE = und HANDELSKAMMER zu BERLIN
Verwaltungsgebühr entrichtet: 9,- RM für Reichs- Mark
   
   
Industrie= und Handelskammer zu Berlin
Verwaltungsgebühr entrichtet: 0,50 RM für Reichs- Mark
   
   
  
Handelskammer zu Saarbrücken, Gebühren über 0,50 und 3,00 Mark
   
  
Handelskammer Breslau Gebühren- Marke zu 1 Mark
Im Erler unbekannt
    
   
Südthüringische Industrie- u. Handelskammer in Sonneberg über 40 Pfg.
   
   
Handelskammer Stuttgart, Ausfuhr-Gebühr. über 1 Mark
Im Erler unbekannt
    
    
  
Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern
Gebührenmarken über 1 und 4 DM
Die 4 DM ist im Erler unbekannt
   
   
  
Industrie u. Handelskammer Für Mittelfranken
in Nürnberg über 20 + 30 Pf
Die 30 Pfg. ist im Erler unbekannt
   
   
   
Handelskammer Bremen
Wertmarke über 4 Deutsche Mark von 1982
Im Erler unbekannt
  
  
Industrie und Handelskammer Augsburg über 50 Pfennig
    
   
   
   
Bergische Industrie- und Handelskammer Wuppertal- Remscheid
Gebühr 0.25 RM
    
  
Industrie- u. Handelskammer Krefeld, wohl über 5 Pf
Im Erler unbekannt
   
  



 

Quelle: Aus dem Stempelmarken- Fundus von Gunter Wagner, Filderstadt, vom wem denn sonst?


 

        

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