Highlight ist eigentlich nicht steigerbar, aber ich will es dennoch versuchen:
Nachfolgt das absolute Spitzen-Highlight meiner Bearbeitungen der letzten Monate:
Stempelpapier mit einem Gesellschaftsstempel -
die Gesellschaftsteuer, eine Stempelsteuer- Abgabe
  
  
Wie ist die Steuer entstanden?
Mit dem industriellen Aufschwung im vorigen Jahrhundert kamen erstmals in größerem Umfang Kapitalgesellschaften auf, für deren Gewinne es damals noch keine Einkommen- oder Körperschaftsteuer gab. Um sie steuerlich zu erfassen, wurden sie in den deutschen Einzelstaaten ab 1850 zunächst zu Urkundensteuern in der Form von Stempelabgaben auf Gesellschaftsverträgen herangezogen.
Nach dem preußischen Stempelsteuergesetz von 1909 wurde von den Gesellschaften mbH bei der Errichtung, bei der Erhöhung des Stammkapitals und der Einforderung von Nachschüssen eine Steuer in Höhe von 1,4 Prozent bis 1,5 Prozent erhoben.
1913 ging das Besteuerungsrecht durch eine Novelle zum Reichsstempelgesetz auf das Reich über. 1922 in das neue Kapitalverkehrsteuergesetz eingebaut, wurde endgültig mit dem Urkundenprinzip gebrochen, indem die Gesellschaftsteuer seither die Kapitalzuflüsse ohne Rücksicht auf eine Beurkundung erfasste. Nach mehrfachen Gesetzesänderungen wurde die Gesellschaftsteuer durch die Steuervereinfachungs-Verordnung vom 14. September 1944 außer Hebung gesetzt. 
Nachdem sie 1948 durch die damalige Militärregierung wieder eingeführt worden war, wurde ihr Ertrag 1949 durch das Grundgesetz den Ländern und 1969 durch das Finanzreformgesetz dem Bund zugewiesen.
Der Gesellschaftsteuer unterlagen insbesondere der erste Erwerb von Gesellschaftsrechten, der sich bei der Gründung von inländischen Kapitalgesellschaften und bei Kapitalerhöhungen vollzieht, sowie vertragliche und freiwillige Leistungen von Gesellschaften, wie z.B. weitere Einzahlungen, Nachschüsse, Zuschüsse, Forderungsverzichte und Verlustübernahmen. Bei ausländischen Kapitalgesellschaften (ausgenommen solche aus Mitgliedstaaten der EG) war die Zuführung von Anlage- und Betriebskapital an inländische Niederlassungen steuerpflichtig. 
Die Gesellschaftsteuer wurde beim Erwerb von Gesellschaftsrechten vom Wert
der Gegenleistung oder vom Wert der Gesellschaftsrechte, bei Leistungen der Gesellschafter vom Wert der Leistung berechnet. Der Steuersatz betrug 1 Prozent.
    
    
Was war die spätere Rechtsgrundlage?
Rechtsgrundlage für die Gesellschaftsteuer waren das Kapitalverkehrsteuergesetz i.d.F. vom 17. November 1972 - KVStG 1972 - (BGBl Teil I S. 2129) unter Berücksichtigung späterer Änderungen und die Kapitalverkehrsteuer-Durchführungsverordnung (BGBl Teil I 1960 S. 243). 
Die Gesellschaftsteuer ist zum 1. Januar 1992 durch das
Finanzmarktförderungsgesetz vom 22. Februar 1990 (BGBl Teil I S. 266) abgeschafft worden. 
   
   
Dieser Stempelbogen für sehr hohe Nominale
ist mit einem sehr aufwendigem
Wasserzeichen versehen worden
    
  
DEUTSCHES REICH
GESELLSCHAFTS =
STEMPEL
   
Die Stempelmarke hier mit der GERMANIA ohne Wertangabe
wurde im
Guillochierverfahren erstellt, ähnlich den Banknoten,
und sie wurde als
kompletter Stempelbogen nur für die ganz hohen Werte gebraucht, 
die stets
nur handschriftlich eingetragen wurden.
    
Die farblos- geprägte Kontrollstempelmarke vom Deutschen Reich
   
   

Auch das Schriftfeld wurde in der gleichen graublauen Farbe 
und mit gleichem
Sicherheitsunterdruck = Sicherheitswasserzeichen im Guillochierverfahren hergestellt, genauso wie der eigentliche Gesellschafts- Stempel bzw. die Stempelmarke auch

    
   

Dieser Stempelbogen über 2,5 Billionen Mark ist verwendet als Gesellschafts-stempel 
zur notariellen Urkunde vom 13. November 1923 Nummer
509 …

 

Im Erler Katalog ist dieses Stempelpapier (gestempeltes Papier) und somit auch diese Gesellschaftsstempelmarke ohne Wertangabe für die ganz hohen Nominalen 
nicht aufgeführt!

 

Quelle: Aus dem Stempelpapier Fundus von Gunter Wagner Filderstadt, von wem wohl sonst?


        

www.stempelpapier.de