Transitverkehr durch die DDR -
längst überholt und alles  schon Geschichte ...
   
  
Transitstrecken durch die DDR und nach Berlin (West)
  
  
Mit Transitverkehr ist allgemein der Verkehr durch größere Gebiete, Länder oder Staaten gemeint. 
Transitverkehr durch die DDR wird im Wesentlichen der Verkehr zwischen der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin über das Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) bzw. DDR bezeichnet. 
Das Besondere an diesem Verkehr bestand darin, dass die beteiligten Partner jeweils unterschiedliche Auffassungen über den rechtlichen Status der betroffenen Gebiete hatten, was zu vielfältigen Konflikten führte, von denen die Berliner Blockade 1948/49 der schwerwiegendste war.
  
Transit DDR
Im Fall der DDR gab es besondere Vorschriften für den Transitverkehr zwischen der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin über die Innerdeutsche Grenze, der nur über wenige, festgelegte Transitstrecken erfolgen durfte. Auch für den Transitverkehr durch die DDR nach Skandinavien, Polen und in die CSSR galten ähnliche Bestimmungen, und es mussten auch vorgeschriebene Strecken eingehalten werden. Jedoch mussten hier die Reisenden die Visumsgebühr in Höhe von 5,- DM direkt beim Zöllner begleichen. Der Flugverkehr nutzte festgelegte Luftkorridore.
  
Grundlage
Die rechtliche Grundlage war ein von den Siegermächten auf der Potsdamer Konferenz im Jahre 1945 protokollierter Beschluss:
„14. Während der Besatzungszeit ist Deutschland als eine wirtschaftliche Einheit zu betrachten. 
Mit diesem Ziel sind gemeinsame Richtlinien aufzustellen hinsichtlich:
[…]
g) des Transport- und Verkehrswesens.
Bei der Durchführung dieser Richtlinien sind gegebenenfalls die verschiedenen örtlichen Bedingungen zu berücksichtigen.“
Damit wurde der Alliierte Kontrollrat in Deutschland beauftragt, Regelungen für den Verkehr zwischen den Besatzungszonen zu erlassen. Ein späteres Ergebnis war die Festlegung der Transitstrecken zwischen den Westsektoren von Berlin durch die SBZ in die westlichen Besatzungszonen. 
Mit Befehl der Sowjetischen Kontrollkommission (SKK) vom 5. Mai 1952 wurden die Sicherungs- und Kontrollmaßnahmen klar definiert. Die bis dahin geübte Freizügigkeit wurde drastisch beschnitten.
Nach Unterzeichnung des Moskauer Vertrages betonte die Bundesregierung, dass eine Ratifizierung nur bei positiven Ergebnissen in Berlin erfolgen werde. 
Es kam Bewegung in die Verhandlungen, und am 3. September 1971 unterzeichneten die Botschafter das Viermächteabkommen über Berlin. 
Erstmals seit 1945 garantierte darin die Sowjetunion den ungehinderten Transitverkehr auf Straße, Schiene und zu Wasser zwischen der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin. Das Abkommen sah vor, dass die Einzelheiten durch die Regierungen der Bundesrepublik und der DDR selbst ausgehandelt werden. Gespräche zu Fragen des Transitverkehrs, die bereits 1970 aufgenommen wurden, kamen in Bewegung.
Durch das Transitabkommen sollte der Reise- und Warenverkehr zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin geregelt werden. Das Abkommen sah vor, dass der Transitverkehr zwischen Westdeutschland und West-Berlin künftig ohne Behinderungen und in der „einfachsten, schnellsten und günstigsten Weise“ abgewickelt werden solle. Gemeinsame Richtlinien für die Abwicklung des Verkehrs, der Grenzkontrollen der DDR und der Nutzungsgebühren auf den Transitstrecken wurden vereinbart. Am 17. Dezember 1971 unterzeichneten in Bonn die Staatssekretäre Egon Bahr (Bundesrepublik) und Michael Kohl (DDR) das Abkommen (GBl. der DDR 1972 II S. 349). Es war die erste deutsch-deutsche Vereinbarung auf Regierungsebene.
Die DDR verzichtete auf den Transitstrecken unter anderem weitgehend auf ihre Hoheitsrechte, wie Festnahmen etc. (Art. 9). Ausnahmen waren nur bei Missbrauch im Sinne des Artikels 16 des Abkommens möglich, also bei Verkehrsunfällen und ähnlichem. Die Festnahme polizeilich gesuchter Personen war nicht zulässig.
Während der gesamten Zeit zwischen 1945 und 1990 bestanden Sonderregelungen für die (West-)Alliierten Streitkräfte. Sie wurden grundsätzlich nicht von DDR-Bediensteten kontrolliert, sondern – wenn überhaupt – von sowjetischen Militärangehörigen.
  
  
Straßenverkehr
Bei der Nutzung war jedes Verlassen der Transitstraßen, beispielsweise für Ausflüge, strikt untersagt. Transitreisende hatten die Strecke möglichst ohne Unterbrechungen zurückzulegen, lediglich kurze Aufenthalte an den Autobahnrastplätzen, in den Raststätten oder Tankstellen waren erlaubt. 
Treffen mit DDR-Bürgern waren untersagt.
Zur Überwachung und Fotodokumentation waren auf allen Transitautobahnen ständig zivile Fahrzeuge mit Mitarbeitern des MfS (SSD) unterwegs. Dabei kamen vereinzelt „Westfahrzeuge“ mit bundesdeutschen Kraftfahrzeugkennzeichen zum Einsatz. Diese konnten teilweise an fehlenden/abgelaufenen HU/ASU-Plaketten erkannt werden. Überwacht wurde die Strecke aber auch durch zahlreiche inoffizielle Mitarbeiter der Stasi (SSD) (beispielsweise Tankstellen-Mitarbeiter) und durch den DDR-Zoll und die Volkspolizei sowie deren freiwillige Helfer.
Bei der Einreise mussten die Transitreisenden ihre Personaldokumente (Bundesbürger und Ausländer ausschließlich den Reisepass, West-Berliner ausschließlich den Personalausweis, Ausländer mit ständigem Wohnsitz in Berlin (West) eine Lichtbildbescheinigung des Senats von Berlin (West) und den Fahrzeugschein zur Registrierung am Kontrollhäuschen abgeben. Das Fahrzeug musste nur verlassen werden, wenn ausreichende Verdachtsmomente vorlagen. An der Grenzübergangsstelle (GÜSt) wurde ein Transitvisum für die einmalige Durchreise ausgestellt. Das Visum enthielt die Personendaten und einen Stempel mit dem Datum und der Uhrzeit (angegeben wurde stets die jeweilige Stunde des Tages, keine Minutenangaben) der Einreise.
Bei der Ausreise wurde dieses Dokument wieder eingezogen. Anhand der eingestempelten Einreisezeit konnte festgestellt werden, ob die Reise, wie vorgeschrieben, unverzüglich abgewickelt worden war. Längere Aufenthalte in den Transitraststätten mussten gegebenenfalls mit Quittungen der Mitropa-Restaurants belegt werden.
Der Transitverkehr durch die DDR zwischen Berlin (West) und der Bundesrepublik Deutschland wurde im Wesentlichen (zum Schluss vollständig) über Autobahnstrecken abgewickelt. Lediglich auf der Nordweststrecke nach Hamburg konnte bis 21. November 1982 nur die F5 Berlin-Staaken – Nauen – Kyritz – Perleberg – Ludwigslust – Boizenburg – Lauenburg/Elbe benutzt werden. Die F5 war zwar eine Fernstraße, sie konnte aber auch ohne Kraftfahrzeug befahren werden. Dieser Umstand wurde bis Oktober 1982 regelmäßig von trainierten Radfahrern genutzt, wobei die 220 Kilometer lange Strecke zwischen Berlin-Staaken und Lauenburg in der Regel in neun bis zwölf Stunden bewältigt wurde. 
Die DDR-Behörden haben dies im Sommerhalbjahr toleriert; forderten allerdings, dass der Transit zwischen Sonnenaufgang und -untergang vollzogen werden sollte. 1981 wurden einzelne Ortsumgehungen als Kraftfahrstraßen in Betrieb genommen, 1982 war dann die Autobahn A 24 Berlin-Heiligensee – Stolpe – Zarrentin am Schaalsee – Gudow in Betrieb. Danach wurde der Fahrrad-Transit nicht mehr zugelassen.
  
  

Übergangsstellen und Verkehrswege im Straßenverkehr

Autobahnübergang Kontrollpunkt Dreilinden (Checkpoint Bravo)/Grenzübergangsstelle (GÜSt) Drewitz für Personen- und Güterverkehr. Auch nach Neubau des Autobahnteilstücks und Verlegung der Grenzübergangsstelle am 15. Oktober 1969 wurde der Name beibehalten. 
Korrekter wäre Zehlendorf/Kleinmachnow
nach Westdeutschland
– Richtung Helmstedt/Marienborn (Niedersachsen, Hannover; Alliierter Checkpoint Alpha / Grenzübergang Helmstedt-Marienborn)
Juchhöh/Töpen (1952–1966 Autobahn bis Schleiz, dann F2; jetzt B 2 bis zur Grenze)
Rudolphstein/Hirschberg/ (ab 1966; Autobahn Richtung Bayern, Hof, Nürnberg, München)
Herleshausen/Wartha (bis zur Fertigstellung des fehlenden Autobahnteilstücks und der Brücke über die Werra am 15. Dezember 1984 bestand im Grenzbereich ab Eisenach-West nur eine Verbindung über Fernverkehrsstraßen.)
Herleshausen/Wartha (ab 15. Dezember 1984; Autobahn Richtung Hessen, Frankfurt am Main)
in die CSSR
Zinnwald/Cínovec
nach Polen
Pomellen/Kolbaskowo (Kolbitzow, Richtung nördliches Polen Stettin, Danzig)
Frankfurt (Oder)/Slubice (Richtung mittleres Polen, Warschau)
Forst (Lausitz)/Olszyna (Lebus) (Richtung südliches Polen, Breslau)
nach Skandinavien
Sassnitz via Ostseefähren nach Schweden (Trelleborg), Dänemark (Rønne)
Rostock/Warnemünde via Ostseefähren nach Dänemark (Gedser), Passagiere und Besatzungen von Seepassagierschiffen
   
Autobahnübergang Berlin-Heiligensee/Stolpe (ab 21. Dezember 1987; Autobahn)
nach Westdeutschland
– Richtung Gudow/Zarrentin (ab 19. November 1982; Norddeutschland, Hamburg Autobahn)
nach Polen
Pomellen/Kolbaskowo (Kolbitzow, Richtung Stettin, Danzig)
nach Skandinavien
Sassnitz via Ostseefähren nach Schweden (Trelleborg), Dänemark (Rønne)
Rostock/Warnemünde via Ostseefähren nach Dänemark (Gedser), Passagiere und Besatzungen von
Seepassagierschiffen
  
Lichtenrade/Großbeeren, geplant, aber nie realisiert. 
Sollte als Autobahn-Grenzkontrollpunkt für den Transitverkehr ausgebaut werden.
Heerstraße in Berlin-Staaken/ Dallgow (bis 1951; B 5  bzw. F 5)
Heerstraße in Berlin-Staaken/Staaken (DDR) (1951 - 21. Dezember 1987; B 5 bzw. F 5)
   
Lauenburg/Horst/ (bis 19. November 1982; B 5 bzw. F 5 Norddeutschland, Hamburg) 
Dieser Übergang bot die einzige Möglichkeit mit Fahrzeugen durch die DDR zu fahren, die nicht für den Verkehr auf der Autobahn zugelassen waren (z. B. Fahrrad, Moped, Traktor und sonstige Sonderfahrzeuge). 
Bedingung: Die Strecke musste ohne Unterbrechung (Übernachtung, längere Pausen) bewältigt werden. Das entfiel ersatzlos mit der Freigabe der Autobahn. 
Bis 1982 lief der Transitverkehr auf der Fernstraße 5. Die Strecke führte durch zahlreiche Ortschaften. Kontakte der Transitreisenden zur Bevölkerung waren offiziell unerwünscht. So unterstützte die DDR das Bemühen der Bundesregierung, den Verkehr über eine bereits vor dem Krieg geplante Autobahn zu führen und die Reisezeit zu verkürzen. Nach erfolgreichen Verhandlungen über die Finanzierung der neu zu bauenden Autobahn durch die DDR konnte der Bau beginnen. Während der Bauphase wurde der Transitverkehr streckenweise über die schon fertigen Autobahnabschnitte geleitet.
Gudow/Zarrentin (ab 19. November 1982; Norddeutschland, Hamburg Autobahn)
   
   
Ein ehemaliges Transitvisum der DDR, die gab es vom Block…, mit geklebter Abreißkante oben
   
Bereits vorab eingedruckte Stempelmarke mit dem Überdruck  „GEBÜHRENFREI“
Auch bereits vorher entwertet mit Dienst- Stempel der DDR:
Deutsche Demokratische Republik- Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten- 
   
Dieses Transitvisum berechtigt ...
zur Fahrt in dem für die unverzügliche Durchreise benötigten Zeitraum 
durch die Deutsche Demokratische Republik 
nach CSSR/VR Polen/Schweden/Dänemark/BRD/Westberlin
Einreise schon vorab gestempelt: DDR 18.05.92  4
Übergang Hirschberg
   
   

 
 

Quellen: 
- Wikipedia
- und der Beleg stammt aus dem Stempelmarken- Fundus von Gunter Wagner, Filderstadt, 
von wem denn sonst?


        

www.stempelpapier.de