Fiskalmarken der „Reichsfachschaft Film“,
ein eigenes fiskal- philatelistisches Sammelgebiet
   
   
Die Reichsfachschaft Film (RFF) war eine Abteilung innerhalb der Reichsfilmkammer, der in der Zeit des Nationalsozialismus alle Schauspieler, Regisseure und anderen Filmschaffende beitreten mussten, um weiter ihre Berufstätigkeit ausüben zu können. Sie war Teil der Gleichschaltung der deutschen Gesellschaft im Dritten Reich. Leiter der Fachschaft war ab 1933 der Schauspieler Carl Auen; 1939 wurde als ehrenamtlicher Leiter der Schauspieler und Regisseur Wolfgang Liebeneiner ernannt.
Bewerber mussten in einem Fragebogen Angaben zu Vorstrafen, „Rassischer Abstammung“, Religion und einer eventuellen Mitgliedschaft in sozialistischen Organisationen machen. Auch nach der Mitgliedschaft in der NSDAP wurde gefragt, doch bildete die Parteimitgliedschaft keine Aufnahmevoraussetzung für die Fachschaft.
   
Gliederung
In der Reichsfachschaft Film wurden Mitglieder aus 12 Sparten erfasst:
Film-Produktionsleiter
Filmregisseure
Film-Bildner
Film-Aufnahmeleiter
Film-Kameraleute
Film-Tonmeister
Film-Schnittmeister
Film-Darsteller
Film-Komparsen
Film-Maskenbildner
Film-Requisiteure
Film-Garderobiers
     
Berufsverbote
Da die Mitgliedschaft in der Fachschaft für jegliche Tätigkeit im Filmgewerbe zwingende Voraussetzung war, konnte diese Einrichtung Berufsverbote verhängen. Betroffen hiervon waren vor allem jüdische Filmschaffende, aber auch solche, die aus politischen oder anderen Gründen missliebig waren. 
Rund 3000 Filmschaffende verloren durch Ausschluss aus der Filmkammer ihre Arbeit.
Einige bekannte Betroffene: Herbert B. Fredersdorf, Regisseur; Friedrich Gnaß, Schauspieler; O. E. Hasse, Schauspieler; Martin Hellberg, Schauspieler; Werner Hochbaum, Regisseur; Hertha Thiele, Schauspielerin
Wegen ihres jüdischen Glaubens bzw. Hintergrundes wurden u. a. folgende Filmkünstler aus der Reichsfachschaft ausgeschlossen: Gitta Alpár, Sängerin, Schauspielerin; Maria Forescu, Sängerin, Schauspielerin; Inge Meysel, Schauspielerin; Hedwig Schlichter, Schauspielerin; Ellen Schwanneke, Schauspielerin; Camilla Spira, Schauspielerin; Dora Thalmer, Schauspielerin; Emilia Unda, Schauspielerin
   
   
Die „Reichsfachschaft FILM“ Marken
Mit diesem Überdruck „Reichsfachschaft FILM“ listet Erler/Norton keine Marken in seinem Katalog, 
er listet nur die Marken ohne Überdruck, also nur die Marken mit:

„SPITZEN- ORGANISATION DER DEUTSCHEN FILMINDUST.“ (FIMINDUSTRIE)
Hier eine 5 Pfennig grün entwertet 1931 und eine 10 Pfennig ungebraucht
Beide im Erler unbekannt!
   
Überdruck: „Reichsfachschaft FILM“, die 20 Pfennig wurde am 19.12.33 entwertet
Auch die ist im Erler unbekannt!
  
Erler/Norton schreiben dazu:
1930/34: Nicht ausgegebene Probedrucke im Archiv Bundesdruckerei Berlin. Überdruck: „THEATER“ 5 Pf. grün, „FILM-KOPIERANSTALTEN“ 5 Pf. grün, „FILM- KOPIERKUNDEN“ 5 Pf. grün, „Reichsfachschaft FILM“ 5 Pf. grün, aber bisher keine Stücke in Sammlerhand bekannt.
   
   
Die Reichsfilmkammer Marken mit Überdruck: Reichfachschaft FILM“
   
Ausgabe 1935, Adler im Kreis, Inschrift: „Reichsfachschaft FILM“
0.10 Reichsmark, entwertet 6. März 1935
  
Erler/Norton schreibt auf Seite 35 unten: 
1935 Adler im Kreis. Inschrift: „REICHSFILMKAMMER“, 
die zeigen uns aber eine „Reichsfachschaft FILM“ Marke über 0,10 Reichsmark auf (da soll einer nun noch durchblicken!)
 Weiter schreiben Erler/Norton: 
Wahrscheinlich ursprünglich zusammengedruckt (Muster in Bundesdruckerei) aber bisher keine zusammenhängende Stücke aus Sammlerhand vorliegen.
    
Sie listen unter:
A = Reichsfachschaft FILM
B = THEATER
C = VERLEIH
Wertstufen gelistet unter A von 0,05 RM bis 100,00 RM.
Wertstufen gelistet unter B von 0,05 RM bis 5,00 RM.
Wertstufen gelistet unter C von 0,05 RM bis 5,00 RM.
   
    
Die „FACHSCHAFT FILM“ Marken
   
Ausgabe von 1937, Filmstreifen Muster mit Wertstufen von 0,05 RM bis zu 100,00 RM,
WZ = Kreuze und Ringe, Perf. 13 x 13 ½ und nun mit Inschrift: „Fachschaft FILM“
   
  
Es folgt eine Honorar Abrechnung der Universum Film Aktiengesellschaft
  
Lohntüte vom Betrieb Babelsberg
Kasse
Babelsberg 3.7.40
Name: Endbrink?- Brink Mara Nr. 231
Honorar………………………………………………………………  20,- RM
Davon ab. Lohnsteuer……… 2,15 RM
Bürgersteuer……………………. - - - -
Kriegszuschlag ………………… 1,07 RM
Fachschaft……………………….. 0,10 RM 
Filmnachweis…………………… - - - - 
Abzüge somit …………………………...........................    3,32 RM
Mithin in bar…………………………………………………….   16,68 RM
Handschriftlicher Vermerk auf der Lasche: Hamburg- Haiti- Toni W.
    
   
Von 1937, eine „Fachschaft FILM“ Stempelmarke 0,10 RM
Entwertet 3. Jul. 1940
    
    
Hier das Highlight jeder Filmsteuermarken Sammlung
Die Vorderseite der Steuerquittung
Steuerquittung vom 1. – 31.12.44 für Herrn Walter Traut,
Produktionsleiter beim Film?: 
Arno Breker - Harte Zeit, starke Kunst, Deutschland 1944, Kurz-Dokumentarfilm.
Ausgestellt in Berlin, den 23.12.44 von der Riefenstahl- Film G.M.B.H. Berlin
Sein Honorar betrug für den Monat Dezember 2.000.00 Reichsmark
                                                                                  2.000,00 RM
Abzüglich: @ conto……… 1.093,00 RM       
Eisern sparen……………….       39,00 RM           -  1.132,00 RM
-           867,10 RM Resthonorar
Weitere Abzüge:
Lohnsteuer…………………….   770,10 RM
WHW (Winterhilfswerk)..      77,00 RM
Fachschaft (Film)…………..       20,00 RM
DAF……………………………….       -    -   -
Soz. Versicherung…………        -    -   -                -      867,10 RM
Auszahlung       l                                                 xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Auch damals schon und zu erst recht in Kriegszeiten, finanzierte der Volksgenosse mit seiner Arbeit und mit seinem Lohn die Kriegsausgaben Hitlers, siehe Abgaben wie „WHW“ (Winterhilfswerk) oder „Eisern sparen,  und zudem auch noch die Propaganda- Maschinerie Göbbels mit der „Reichsfachschaft FILM“ Abgabe oder mit der „Fachschaft Film“ Abgabe.
Von einem sehr hohen und anständigen Honorar als wohl Produktionsleiter bei der Riefenstahl- Film G. M. B. H., gingen fast 50 % an den Staat.
Und da soll heute noch ein Spitzenverdiener über die Steuerabgaben meckern!
    
   
Die Rückseite der Steuerquittung
Der Reichsfachschaft Film Monatsbeitrag wurde über verklebte „Fachschaft FILM“- Stempelmarken dokumentiert, und jede Stempelmarke wurde mit dem Stempel der Riefenstahl – Film G.m.b.h. entwertet.
   
   
Walter Traut
(* 19. September 1907 in Innsbruck; † 6. September 1979 in München) war ein österreichischer Filmproduktions- und Herstellungsleiter.
Traut, ein erfahrener Skisportler, schloss sich 1927 dem Stab des Bergfilmers Arnold Fanck an. In "Der große Sprung" wirkte er als Stuntman mit, ebenso in "Stürme über dem Mont Blanc". Danach wechselte er in den technischen Bereich und übernahm verschiedene Aufgaben, zum Beispiel als Aufnahmeleiter in "Das blaue Licht" oder als Kameraassistent in "SOS Eisberg", gelegentlich auch als Kameramann.
Seit Beginn der 1940er Jahre organisierte er in verschiedenen Funktionen die Filmproduktion. 
Besonders oft arbeitete Traut mit Leni Riefenstahl zusammen.
  
Filmografie bis 1945
1934: Palos Brautfahrt (Palos brudefærd, Kameramann)
1935: Triumph des Willens
1936: Kopfjäger von Borneo / Borneo (Kameramann)
1936: Jugend der Welt
1938: Olympia (zwei Teile)
1939: Osterskitour in Tirol/Osterskifahrt in Tirol
1940: ABC im Schnee
1940-44: Tiefland
1944: Arno Breker - Harte Zeit, starke Kunst, Deutschland 1944, Kurz-Dokumentarfilm. Regie: Hans Cürlis, Arnold Fanck, Kamera: Walter Riml, Schnitt: Hans Cürlis, Musik: Rudolf Perak, Produktionsfirma: Riefenstahl-Film GmbH (Berlin), Kulturfilm-Institut GmbH (Berlin), Produzent: Leni Riefenstahl, Hans Cürlis, Produktionsleiter: Walter Traut.
   
    
Leni Riefenstahl
Helene Bertha Amalia Riefenstahl (* 22. August 1902 in Berlin; † 8. September 2003 in Pöcking) war eine deutsche Tänzerin, Schauspielerin, Filmregisseurin und Fotografin.
Rezeption
Leni Riefenstahl war wegen ihrer Nähe zum Nationalsozialismus im Allgemeinen und zu Adolf Hitler persönlich eine der kontroversesten und umstrittensten Figuren der Filmgeschichte. Ihren Filmen, allen voran "Triumph des Willens", aber auch "Sieg des Glaubens" und "Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht", wird vorgeworfen, in einer suggestiven und symbolischen Filmsprache die nationalsozialistische Ideologie zu glorifizieren und wirkungsästhetisch zu legitimieren. 
Eine Kritik, die sie zeit ihres Lebens zurückwies.
Riefenstahl sah rückblickend ihre Fehler in ihrem „politischen Desinteresse“ und ihrer „damit zusammenhängenden Mitläuferschaft“. Ihren Aussagen nach ging es in ihrem künstlerischen Wirken stets um Ästhetik und nicht um Ideologie. Als Propagandistin habe sie sich damals nicht gesehen. Erst rückblickend sei es ihr möglich, Dinge anders zu betrachten – in der NS-Zeit hingegen habe sie im damaligen unkritischen Zeitgeist gelebt. In späteren Interviews beteuerte sie stets, die NS-Verbrechen zu verurteilen und wehrte sich gleichzeitig gegen jeden Versuch, ihr eine Schuld anzulasten. 
Als entscheidenden Makel in Riefenstahls Biographie sehen die meisten Kritiker die Tatsache an, dass sie bis an ihr Lebensende eine selbstkritische und tiefergehende Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit vermissen ließ. Auch die von Riefenstahl geschaffene Ästhetik und ihre künstlerischen Verdienste sind umstritten. Sie hat aber keine sogenannte „faschistische Ästhetik“ entwickelt. 
Nach 1938 wurde sie in England und den USA – und nach 1945 auch in Deutschland – weitgehend boykottiert.
Die filmischen Ausdrucksmittel in Riefenstahls Reichsparteitagstrilogie und Olympia werden von vielen Filmwissenschaftlern und -regisseuren positiv bewertet. Als Markenzeichen dieser Filme sehen sie die idealisierte Darstellung von Kraft, Eleganz und Macht anhand muskulöser Körper oder mobiler Menschenmassen. Hinzu komme eine für die damalige Zeit revolutionäre, sehr dynamische Schnitttechnik, sowie die Verwendung ganz neuer Kameraperspektiven. Ihre Tanzerfahrungen flossen in ihre Regiearbeiten ebenso ein wie das von ihrem Bergfilm-Mentor Arnold Fanck erlernte Gefühl für Landschaften und Architektur.
   
Regisseurin (ab 1932) Die ersten Regiearbeiten
1931 schrieb Leni Riefenstahl die erste Fassung des Manuskripts für ihren Film "Das blaue Licht". 
Das Drehbuch entwickelte sie zusammen mit Béla Balázs, einem ungarischen Filmtheoretiker und Drehbuchautor. Sie gründete ihre erste eigene Filmgesellschaft, die „Leni Riefenstahl Studio-Film“ als alleinige Gesellschafterin. Zudem übernahm sie Regie, Produktionsleitung und Schnitt für "Das blaue Licht". In diesem Film wirkten Sarntaler Bauern als Laienschauspieler mit. Die Dreharbeiten fanden von Juli bis September 1931 statt. Um den Film zu finanzieren, nahm Leni Riefenstahl zusätzlich die Hauptrolle im Film "Der weiße Rausch" an. 
Die Premiere von "Das blaue Licht" fand am 24. März 1932 in Berlin statt. Der Film gewann bei der Biennale in Venedig die Silbermedaille. Sie reiste mit dem Werk nach London und wurde dort begeistert aufgenommen. Die erste Regie Leni Riefenstahls, insbesondere die Lichtinszenierung, war innerhalb und außerhalb Deutschlands ein großer Erfolg. Der Film gelangte als Stummfilm 1932 in die Kinos. 
Später freundete sich Riefenstahl mit dem Nazi-Publizisten und radikalen Antisemiten Julius Streicher an, dem sie im Oktober 1933 alle Angelegenheiten in Sachen „des Juden Béla Balázs“ übergab. Dieser hatte Geldforderungen gegen sie erhoben. 1951 schnitt die Regisseurin eine neue Fassung und benutzte auch nicht verwendetes Filmmaterial, wobei die Rahmenhandlung des ursprünglichen Werks verloren ging. Diese Version wurde nachsynchronisiert und vom Filmkomponisten Giuseppe Becce neu vertont. In dieser tauchte Balázs’ Name nicht mehr im Vorspann auf. Später wurde noch eine Tonfassung des Films hergestellt. Leni Riefenstahl wurde durch ihr Regiedebüt "Das blaue Licht" eine erfolgreiche und von Hitler umschwärmte Regisseurin. Von 1932 bis 1945 war sie Reichsfilmregisseurin. Dadurch lernte sie auch Joseph Goebbels und dessen Frau kennen. Die Dreharbeiten zu dem Film "SOS Eisberg" unter der Regie von Arnold Fanck führten sie im Juni 1932 zunächst nach Grönland und Anfang 1933 in die Schweizer Alpen. Diese waren Ende Mai abgeschlossen. Aus einer Artikelserie über die Erlebnisse in Grönland, die sie für die Zeitschrift „Tempo“ schrieb und aus Vorträgen, die sie zum Film hielt, entstand das Buch „Kampf in Schnee und Eis“, welches 1933 erschien. Die Premiere des Films "SOS Eisberg" fand am 30. August 1933 im Ufa-Palast am Zoo statt.
  
Reichsparteitagstrilogie
Leni Riefenstahl mit Team filmt auf dem Reichsparteitag der NSDAP 1934 in Nürnberg.
Riefenstahls Markenzeichen waren die idealisierte Darstellung makelloser Körper und die Darstellung großer Menschenmassen. Damit trug sie breitenwirksam das cineastisch-propagandistische Element zu einer „Ästhetik des Nationalsozialismus“ in Deutschland bei. Zudem entwickelte sie eine für die damalige Zeit revolutionäre, sehr dynamische Schnitttechnik.  
Im August 1933 nahm sie das Angebot an, einen Film über den fünften Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg zu drehen. Leni Riefenstahl arbeitete mit bekannten Kameramännern wie Sepp Allgeier, Franz Weihmayr und Walter Frentz zusammen und schnitt den Film selbst. Produzent des Films war das Reichspropagandaministerium unter Leitung von Goebbels. "Sieg des Glaubens" hatte am 1. Dezember 1933 Premiere. Infolge des so genannten Röhm-Putsches wurde Sieg des Glaubens aber nach kurzer Zeit wieder aus dem Verkehr gezogen. Grund dafür war unter anderem die relativ gleichberechtigte Darstellung des SA-Stabschefs Ernst Röhm neben Hitler.
Für Leni Riefenstahl kann die Dokumentation als Fingerübung gelten, im Vergleich zu dem späteren Reichsparteitagsfilm zeigten sich einige ästhetische Unvollkommenheiten, mit denen die auf Perfektion ausgerichtete Regisseurin nicht zufrieden war. 
Im Auftrag von Hitler drehte Leni Riefenstahl einen weiteren Reichsparteitagsfilm. Sie änderte ihre Firma in die „Reichsparteitagfilm GmbH“ um, da sie so den Film über den sechsten Reichsparteitag der NSDAP produzieren konnte. Die 1933 und 1934 entstandenen Filme "Sieg des Glaubens" über den „Reichsparteitag des Sieges“ der NSDAP und "Triumph des Willens" über den „Reichsparteitag der Einheit und Stärke“ wurden vermutlich von der Partei selbst finanziert. Mit dem vorgefertigten Filmmaterial von Walter Ruttmann war sie unzufrieden und übernahm selbst die Leitung für den Film. 
Sie arbeitete mit 170 Personen vom 4. bis zum 10. September in Nürnberg. Leni Riefenstahl benötigte sieben Monate für den Schnitt und die Fertigstellung des Films. Den in seiner Langfassung vier Stunden dauernden Film schnitt sie aus mehreren hundert Stunden Material zusammen, nutzte dabei innovative und suggestive Montagetechniken. 
Am 28. März 1935 hatte "Triumph des Willens" im Ufa-Palast in Berlin in Anwesenheit Hitlers Premiere. Analog zur perfektionierten choreographischen Selbstinszenierung der NSDAP inszenierte die Regisseurin mit filmischen Methoden ein stark verdichtetes Material, in dessen Mittelpunkt Hitler überlebensgroß als Führer stilisiert wird. 
Das Dokument der Propagandaveranstaltung wurde zum Instrument der Emotionalisierung des Publikums, zum Wunschbild nationalsozialistischer Massenverführung. 
Insbesondere die Szenen des Chors der Arbeitsfrontmänner, und der Appell von SA und SS mit seiner monumentalen Massenchoreografie, wurden als Ausschnitte immer wieder gezeigt und gelten als Inbegriffe nationalsozialistischer Selbstinszenierung. Gerade deswegen feierte deren Führung Triumph des Willens als Vorzeigestück für gelungene nationalsozialistische Propaganda und setzte das Werk als solches ein. 
Für den Film erhielt Leni Riefenstahl den Deutschen Staatspreis 1934/35, den Preis für den besten ausländischen Dokumentarfilm bei der Biennale in Venedig 1935 und die Goldmedaille bei der Weltfachausstellung Paris 1937. 
Zum Film erscheint das Buch Hinter den Kulissen des Reichsparteitagsfilms. Durch die aufwändigen Dreharbeiten zu Triumph des Willens wurden zahlreiche andere Produktionen des übrigen NS-Films vernachlässigt, da Riefenstahl viele Kameraleute für ihr Team beanspruchte. 
Dies führte in der Folge zu Anfeindungen zwischen Goebbels und der Filmemacherin, welche schließlich Hitler persönlich schlichten musste. Zeit ihres Lebens behauptete sie, gegen den Propagandaminister eine tiefe gegenseitige Abneigung gehegt zu haben. 
Die Wehrmacht, die 1934 nach dem Tod Paul von Hindenburgs erstmals an einem Parteitag teilnahm, sah sich in "Triumph des Willens" zu wenig präsentiert. 
Daher drehte Leni Riefenstahl den 28-minütigen Kurzfilm "Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht", einen Film über den siebten Reichsparteitag der NSDAP von 1935, der am 30. Dezember 1935 Premiere feierte. Der Film beginnt überaus lyrisch mit Nachtwache und Tagesanbruch in einer Zeltstadt, mit Schatten und Gegenlichtaufnahmen. Die Mittel des Films sind stereotyp, die Komposition überzeugt nicht. Riefenstahl selbst nannte ihre propagandistischen Inszenierungen rein dokumentarische Arbeiten, wobei sie unter dokumentarisch versteht, dass ein Film den Geist und/oder die Atmosphäre einer Veranstaltung widerspiegeln solle.
Die drei Filme "Sieg des Glaubens", "Triumph des Willens" und "Tag der Freiheit! - Unsere Wehrmacht" werden als „Reichsparteitagstrilogie“ bezeichnet. Für Hitlers neue Welthauptstadt Germania waren auch die Riefenstahl-Studios bereits eingeplant – 26.000 Quadratmeter groß.
Die Honorare für die Parteitagsfilme und der Auftrag für die Dokumentation der Olympischen Spiele in Berlin ermöglichten Riefenstahl den Bau ihres Wohnhauses in Berlin.
   
Tiefland
1934 bekam die Regisseurin erstmals von der deutschen Filmgesellschaft Terra Film das Angebot, Tiefland nach Eugen d'Alberts gleichnamiger Oper zu verfilmen. Im selben Jahr reiste sie nach London, Cambridge und Oxford und hielt dort Vorträge über ihre bisherigen Filmarbeiten. Der Drehbeginn von Tiefland in Spanien musste abgebrochen werden, weil die „Terra“ kein Geld schickte und Leni Riefenstahl erkrankte.
Sie führte Absprachen mit der „Tobis“ über die Verfilmung von "Tiefland" und arbeitete gemeinsam mit Harald Reinl am Drehbuch. 1940 wurden geplante Außendrehs für den Film in Spanien wegen der Ausweitung des Krieges nach Deutschland verlegt. Um die spanische Atmosphäre zu erhalten, wurden 68 Sinti- und Roma-KZ-Häftlinge aus dem nahe liegenden „Zigeuner“-Lager Maxglan bei Salzburg bzw. aus dem NS-Lager Berlin-Marzahn als Statisten übernommen. Nach den Dreharbeiten gerieten die beteiligten KZ-Häftlinge „gleich den anderen in die weitere Verfolgungsmaschinerie der Nazis“.
Leni Riefenstahl übernahm die Hauptrolle und Regie bei Tiefland. Aufgrund von mehreren Erkrankungen Riefenstahls kam es zu Verzögerung der Dreharbeiten. Die Finanzierung erfolgte durch das Reichswirtschaftsministerium auf Anordnung von Adolf Hitler. Danach verlagert sie ihren Wohnsitz und den Großteil ihres Filmmaterials von Berlin nach Kitzbühel.
   
Kriegseindrücke
Leni Riefenstahl drehte an der polnischen Front im direkten Auftrag Hitlers, wie ein lange Zeit unbekanntes Schreiben aus dem Propagandaministerium vom 10. September 1939 belegt. 
In diesem Schreiben heißt es: „Am 5.9.39 übermittelte Major d. G. Kratzer des OKW eine Anordnung des Führers, nach der im Rahmen der Einsatzstelle des Propagandaministeriums ein ‚Sonderfilmtrupp Riefenstahl’ aufzustellen war.“  Der Sonderfilmtrupp Riefenstahl war sehr gut ausgerüstet: Mit zwei sechssitzigen Mercedes-Limousinen, einem BMW-Motorrad mit Beiwagen sowie Tankkarten für 700 Liter Benzin, einem Tonfilmwagen sowie Berichterstatteruniformen - Phantasieuniformen - mit Gasmasken und Taschenpistolen, die sie auch auf den Bildern in einem klassischen Koppel trägt. 
Militärisch machte sie sich auf den Weg an die Ostfront, um den Polenfeldzug zu dokumentieren.
Ende der 1940er Jahre gelangten Fotos in die Öffentlichkeit, auf denen Leni Riefenstahl als Zeugin eines Massakers in der polnischen Kleinstadt Konskie abgebildet ist. 
Erst durch diese Fotos wurde bekannt, dass sie sich nur wenige Tage nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 mit Mitarbeitern ihrer „Leni Riefenstahl Film GmbH“ (u.a. ihr Lebensgefährte Hermann Storr, Walter Traut und die Kameramänner Guzzi und Otto Lantschner sowie Sepp Allgeier und Fritz Schwarz) an der Front in Polen aufhielt. 
Nach Riefenstahls Angaben wollten sie sich als Kriegsberichterstatter an der Front nützlich machen und filmten unweit davon entfernt, wo Kampf und Krieg tobten. Am 12. September wurden Riefenstahl und ihr Filmtrupp Zeugen eines der ersten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs. Sie erlebten ein Massaker von deutschen Soldaten an der jüdischen Bevölkerung in Konskie mit. Bei diesem brutalen Vorgehen der Wehrmachtssoldaten wurden 19 polnische Juden getötet und viele weitere schwer verletzt. 
Riefenstahl hat später behauptet, Schüsse nur „in der Ferne“ gehört zu haben. „Weder ich noch meine Mitarbeiter haben etwas gesehen!“ An dieser Version hat sie eisern festgehalten. 
Es existiert allerdings ein Foto von ihr, das ein deutscher Landser mit dem Satz: „Leni Riefenstahl fällt beim Anblick der toten Juden in Ohnmacht.“ beschriftete. 
Weitere Eindrücke des Krieges sammelte Leni Riefenstahl im Oktober in der zerstörten polnischen Hauptstadt Warschau. Dort fand nach der Kapitulation der letzten polnischen Streitkräfte eine zweistündige Truppenparade der siegreichen deutschen Verbände vor den Augen Adolf Hitlers statt. Gemeinsam mit Riefenstahls Kameramännern, die sich ebenfalls in Warschau aufhielten, filmte Regisseur Fritz Hippler die einzige derartige Parade, die Hitler während des Zweiten Weltkriegs in einem eroberten Land abhielt.
Direkt nach der Besetzung von Paris telegrafiert Riefenstahl am 14. Juni 1940 ins Führerhauptquartier: 
„Mit unbeschreiblicher Freude, tief bewegt und erfüllt mit heißem Dank, erleben wir mit Ihnen, mein Führer, Ihren und Deutschlands größten Sieg, den Einzug Deutscher Truppen in Paris. Mehr als jede Vorstellungskraft menschlicher Fantasie vollbringen Sie Taten, die ohnegleichen in der Geschichte der Menschheit sind. Wie sollen wir Ihnen nur danken? Glückwünsche auszusprechen, das ist viel zu wenig, um Ihnen die Gefühle auszusprechen, die mich bewegen.“
   
   



 

 

Quellen: 
- Sämtliche Infos aus Wikipedia der freien Enzyklopädie und der Beleg stammt aus dem unerschöpflichen Fiskalmarken Fundus von Gunter Wagner Filderstadt, von wem denn sonst? 
- Den Neufund  „Reichsfachschaft Film“, 20 Pfennig Marke, die stammt von Clay Wallace!
 Euch beiden sage ich vielen Dank fürs Aufzeigen!


        

www.stempelpapier.de